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Er atmet laut durch. Der Mann mit den schlohweißen Haaren sitzt über einem Stoß von Papieren. Den Kopf stützt er in beide Hände. „Ohjee, ohjee. Das reicht nicht“, sagt er verzweifelt. „Wie soll ich das schaffen?“ Wieder und wieder sortiert der Nikolaus die Papiere für seinen Besuch in Ahaus. In genau vier Wochen soll er hier von Haus zu Haus gehen, um die Kinder zu beschenken. Und an diesem Morgen steht fest: Er hat nicht genügend Helfer. Gerade erst haben die sich versammelt, um die Arbeit zu verteilen. Und da waren am Ende rund 20 Mappen für die Bezirke liegen geblieben. Das hatte es in den 100 Jahren Geschichte der Nikolausgesellschaft Ahaus zuvor nicht gegeben.
Auch Winfried Terwolbeck blickt mit Sorge auf die Helferzahlen. Mit ihm teilt sich der Nikolaus seit gut 16 Jahren in Ahaus ein Arbeitszimmer. Für die Organisation, die Vorbereitung des großen Empfangs am Schloss und die Hausbesuche. „Es gab immer mal Probleme, alle Bezirke zu besetzen“, sagt er. Etliche Helfer seien ja auch schon jahrzehntelang dabei: „Beim Jubiläum im vergangenen Jahr haben wir ja viele Helfer für 40-, 50- oder sogar 60-jährige Mitgliedschaft geehrt“, sagt er.Und einige der älteren hätten dann auch gesagt, dass es mal gut sei. „Die fühlten sich von den jungen Familien zu weit weg oder wollten als Großeltern mit den Enkeln selbst den Nikolaus begrüßen“, fasst er zusammen. Aber der jüngere Nachwuchs breche langsam weg. Junge Väter wollten selbst mit ihrer Familie den Nikolaustag feiern. Und ausgerechnet in diesem Jahr falle der Nikolaustag auch noch auf ein Wochenende: „Da kommen viele Familien, die gar nicht mehr in Ahaus wohnen, zu Besuch“, sagt Winfried Terwolbeck. Und damit würden dann eben auch die Großeltern, die sonst den Nikolaus unterstützen, wegfallen.Tausende Tüten werden gepacktUnd es sei ja auch nicht mit den Helfern getan, die am Nikolaustag von Tür zu Tür gehen.
„Hinter den Kulissen sind ja viele weitere Ehrenamtliche nötig“, sagt Winfried Terwolbeck. Zum Tütenpacken, als Fahrer, zum Kassieren oder für den Fall der Fälle am Telefon und im Hintergrund. Dazu komme die Feuerwehr und die Musikkapelle. Allein in Ahaus würden pro Jahr zwischen 2500 und 3500 Tüten gepackt.
Früher sei das Nikolaus-Ehrenamt sogar in Familien weitergegeben worden: „Es gibt etliche Familien, in denen Großvater, Vater und Sohn unterwegs waren“, sagt Winfried Terwolbeck. Doch genau diese Tradition breche gerade oftmals ab. „Wir brauchen einfach neue Helfer“, sagt er. Wer für die Besuche infrage komme? „Man muss Kinder gern haben und sich Zeit für sie nehmen“, erklärt er. Denn es sei ja nicht damit getan, einfach eine Tüte an der Haustür abzugeben. „Man muss sich Zeit für die Kinder nehmen. Ihnen zuhören“, sagt Winfried Terwolbeck. Denn für die Kinder sei der Besuch des Nikolaus etwas ganz Besonderes.Nachfrage bei Martin Helfenstein. Er ist zweiter Vorsitzender der Nikolausgesellschaft in Ahaus. Und er hat in den vergangenen Tagen seit der Versammlung die Telefondrähte glühen lassen. „Wir haben alle Bezirke besetzt“, sagt er am Donnerstagmittag. Die letzten beiden habe er just am Morgen besetzen können. „Auf der allerletzten Rille“, sagt er.Dafür seien aber auch alle Reserven und Ersatzoptionen gezogen worden. „Es darf jetzt wirklich überhaupt nichts mehr passieren“, erklärt er. Wer die Nikolaus-Gesellschaft in Ahaus unterstützen will, kann sich direkt an die Nikolausgesellschaft wenden: https://nikolaus-ahaus.de/